PA: Bettler & “Zigeuner” raus = Mehr Stadtwache rein?
SJ Wels bzw. der Verein Ketani für Roma und Sinti kritisieren FPÖVP:
• FPÖ Wels verbreitet unverhohlen den rassistischen Begriff “Zigeuner”.
• ÖVP Wels will Bettlende (Roma) mittels Stadtwache verfolgen lassen.
• Lokalmedien lassen die VertreterInnen der Betroffenen nicht zu Wort kommen.
• Stadt sollte positiven Zugang zum Thema statt Law&Order wählen.
Während die Wohnwägen schon wieder abziehen mussten, blieb nicht unentdeckt, dass die FPÖ rassistische Begrifflichkeiten verwendet mit der sie sich vollends disqualifiziert. So fordert sie “in Zukunft für Zigeuneraufenthalte Ordnung zu schaffen.”
Dazu Gitta Martl, Gründerin des Vereins Ketani: “Da fallen wir in Zeiten der Verfolgung zurück, die schon vergessen schienen.”
Außerdem will die FPÖ “Selbst wenn die Miete, der Strom, das Wasser und die Reinigung bezahlt werden” den Roma ihre Rechte verweigern! – Weil im Camp angeblich “unerträgliche” Zustände herrschen, was niemand belegen kann.
Dazu Gitta Martl vom Verein für Roma und Sinti: “Unglaublich. Mittlerweile wird jedes Stückchen Papier den Leuten als Verbrechen vorgehalten!”
Bezeichnend für die Debatte ist auch wie tendiziös über diese berichtet wird. So titulierte eine Gratis-Wochenzeitung gleich in ihrer ersten Doppelseite “ÄRGER: Camp im Volksgarten”. Die Betroffenen werden freilich nicht gefragt. Gitta Martl (Foto siehe unten) dazu: “Unsere Meinung für Toleranz kennt man, deswegen sollen wir offenbar gar nicht mehr gefragt werden.”
Passend fordert FPÖ-Rabl nun die Verteuerung der Stadtwache um über 60% auf 15 Mitarbeiter, obwohl sich sogar in angesprochener Gratis-Wochenzeitung herumgesprochen hat wie wenig Sinn und Null Wirkung gegen soziale Probleme diese hat. Und die ÖVP will auch Roma raus aus Wels halten und forciert, dass das ab 4.Juli gültige Landes-Bettelverbot von der Stadtwache exekutiert wird.
Während aber die angebliche “Bettlermafia” noch nie belegt werden konnte, ist klar gegen welche Armen sich diese Maßnahme speziell richtet: “Das Bettelverbot richtet sich wohl vor allem wieder einmal gegen die Roma”, meint die Gründerin des Vereins Ketani, was “miteinander” bedeutet.
Die Stadt könnte auch positiv an das Thema Camp herangehen, anstatt das “Problem” zu reglementieren, zu verstecken und möglichst “an den (Stadt)Rand zu drängen”.
“Die Stadt versucht verzweifelt weitgereiste Besucher anzuziehen und veranstaltet sogar zweimal jährlich eine Camping Messe. Wenn also ausgewiesene Profi-Camper gerne weitfahren um Wels zu besuchen sollte man dies einfach zu einen positiven gesellschaftlichen Event machen!“, so der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wels.
Leider kann auch die SPÖ-Wels nicht aus der Verantwortung gezogen werden. Bürgermeister Koits scheint manchmal immer noch als “Schmiedl” dem blauen Schmied zuzuarbeiten, anstatt die ArbeitnehmerInnen und Verfolgungsopfer konsequent zu vertreten, die anders als die Banken und die Hetzer keine Lobby haben.
“Dass es am leeren Messegelände keinen Platz für Roma geben soll scheint immer noch nicht dementiert. Die SP-Spitze wollte (oder will?) der FPÖ den sensiblen Posten des Messepräsidenten geben. Und leider ist auch die Stadtwache, deren ausufernde Entwicklung man jetzt bremsen will, von der SP-Spitze eingeführt worden. – Aber der Arbeitsplatzabbau und die Bettenkürzung im Klinikum werden schlußendlich nun offenbar leider akzeptiert.”, so der SJ-Vorsitzende abschließend.
Ps: Gegen Stadtwache, Rasenliegverbot… gibt es dieses Jahr vom Infoladen wieder eine Burggarten-Besetzung am Freitag, dem 17. Juni ab 14:00:
http://facebook.com/event.php?eid=215324811834260
FPÖ-PA1: http://wels-aktuell.at/?archiv=&newsid=256
FPÖ-PA2: http://wels-aktuell.at/?archiv=&newsid=259
ÖVP-PA: http://wels-stadt.oevp.at/39085/?MP=61-3595
Artikel zum Camp 2010: http://nachrichten.at/oberoesterreich/wels/art67,405607
Bisherige PAs der SJ zum Thema: http://StadtwacheWels.at
Kontakt zum Verein Ketani: http://sinti-roma.at/kontakt.htm








